TRABANTEN 2013 - 2017
       
     
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 Als regierender Bürgermeister von Berlin legte Willy Brandt 1962 den Grundstein für das ambitionierte Großsiedlungsprojekt „Gropiusstadt“. Die ersten Pläne stammten bereits aus den Fünfziger Jahren, als die Stadtplaner die dicht bebauten Gründerzeitviertel Nordneuköllns “entkernen” und den Kriegsgeplagten mehr “Licht, Luft und Sonne!” schenken wollten. Entworfen hat sie der berühmte Architekt und Bauhaus-Begründer Walter Gropius mit dem Ziel, die „mannigfaltigen Elemente des herkömmlichen Stadtlebens“ miteinander zu verbinden.  Wie nackt sollten Walter Gropius' Bauwerke dastehen und aus ihrem Inneren heraus strahlen: modern, geometrisch, hell. Mit diesem ästhetischen Architekturverständnis gründete Gropius 1919 das Bauhaus, welches  heute als wirkungsvollster Exportartikel von Kultur aus Deutschland im 20. Jahrhundert gilt.   Durch den Bau der Mauer wurde der Raum für neue Häuser in Westberlin knapp. Die Folge: Mehr und weitaus höhere Gebäude waren in Gropiusstadt nötig, so dass die Siedlung bei ihrer Fertigstellung über 19.000 Wohnungen fasste. 90 Prozent der neu geschaffenen Wohnräume wurden als Sozialbauwohnungen vermietet.  Zwar hat sich die Wohnqualität seither spürbar verbessert, etwa durch mehr Grünanlagen und Freiflächen, wie sie Gropius ursprünglich geplant hatte. Ein richtiges “Kiezgefühl” will sich nach wie vor nicht einstellen. Mittlerweile gilt die Gropiusstadt als der Teil Neuköllns mit den ältesten Bewohnern: Ein Viertel aller über 65-Jährigen Neuköllner leben hier.  Kurz vor dem Hundertsten Jubiläum des Bauhaus gilt mein fotografischer Blick den Bewohnern der Gropiusstadt als einer der herausragenden Ikonen der Moderne, die weit über die Grenzen von Berlin hinaus allerdings auch für die in Beton gegossene Disparität zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Utopie vom Bauhaus steht.   Die Arbeit „Trabanten“ ist der Versuch einer fotografischen Annäherung an den Mythos des Orts und ein Porträt seiner Bewohner entlang der fotografischen Grenze zwischen dokumentarischem Realismus und subjektiver Poesie.
       
     
TRABANTEN 2013 - 2017
       
     
TRABANTEN 2013 - 2017

“Gropiusstadt, das sind Hochhäuser für 45.000 Menschen, dazwischen Rasen und Einkaufszentren. Von weitem sah alles neu und sehr gepflegt aus. Doch wenn man zwischen den Hochhäusern war, stank es überall nach Pisse und Kacke. Das kam von den vielen Hunden und den vielen Kindern, die in Gropiusstadt lebten. Am meisten stank es im Treppenhaus.”

So beschrieb Christiane F. auf den ersten Seiten ihrer Geschichte "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" den Ort, in dem sie als Kind aufwuchs.

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 Als regierender Bürgermeister von Berlin legte Willy Brandt 1962 den Grundstein für das ambitionierte Großsiedlungsprojekt „Gropiusstadt“. Die ersten Pläne stammten bereits aus den Fünfziger Jahren, als die Stadtplaner die dicht bebauten Gründerzeitviertel Nordneuköllns “entkernen” und den Kriegsgeplagten mehr “Licht, Luft und Sonne!” schenken wollten. Entworfen hat sie der berühmte Architekt und Bauhaus-Begründer Walter Gropius mit dem Ziel, die „mannigfaltigen Elemente des herkömmlichen Stadtlebens“ miteinander zu verbinden.  Wie nackt sollten Walter Gropius' Bauwerke dastehen und aus ihrem Inneren heraus strahlen: modern, geometrisch, hell. Mit diesem ästhetischen Architekturverständnis gründete Gropius 1919 das Bauhaus, welches  heute als wirkungsvollster Exportartikel von Kultur aus Deutschland im 20. Jahrhundert gilt.   Durch den Bau der Mauer wurde der Raum für neue Häuser in Westberlin knapp. Die Folge: Mehr und weitaus höhere Gebäude waren in Gropiusstadt nötig, so dass die Siedlung bei ihrer Fertigstellung über 19.000 Wohnungen fasste. 90 Prozent der neu geschaffenen Wohnräume wurden als Sozialbauwohnungen vermietet.  Zwar hat sich die Wohnqualität seither spürbar verbessert, etwa durch mehr Grünanlagen und Freiflächen, wie sie Gropius ursprünglich geplant hatte. Ein richtiges “Kiezgefühl” will sich nach wie vor nicht einstellen. Mittlerweile gilt die Gropiusstadt als der Teil Neuköllns mit den ältesten Bewohnern: Ein Viertel aller über 65-Jährigen Neuköllner leben hier.  Kurz vor dem Hundertsten Jubiläum des Bauhaus gilt mein fotografischer Blick den Bewohnern der Gropiusstadt als einer der herausragenden Ikonen der Moderne, die weit über die Grenzen von Berlin hinaus allerdings auch für die in Beton gegossene Disparität zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Utopie vom Bauhaus steht.   Die Arbeit „Trabanten“ ist der Versuch einer fotografischen Annäherung an den Mythos des Orts und ein Porträt seiner Bewohner entlang der fotografischen Grenze zwischen dokumentarischem Realismus und subjektiver Poesie.
       
     

Als regierender Bürgermeister von Berlin legte Willy Brandt 1962 den Grundstein für das ambitionierte Großsiedlungsprojekt „Gropiusstadt“. Die ersten Pläne stammten bereits aus den Fünfziger Jahren, als die Stadtplaner die dicht bebauten Gründerzeitviertel Nordneuköllns “entkernen” und den Kriegsgeplagten mehr “Licht, Luft und Sonne!” schenken wollten. Entworfen hat sie der berühmte Architekt und Bauhaus-Begründer Walter Gropius mit dem Ziel, die „mannigfaltigen Elemente des herkömmlichen Stadtlebens“ miteinander zu verbinden.

Wie nackt sollten Walter Gropius' Bauwerke dastehen und aus ihrem Inneren heraus strahlen: modern, geometrisch, hell. Mit diesem ästhetischen Architekturverständnis gründete Gropius 1919 das Bauhaus, welches heute als wirkungsvollster Exportartikel von Kultur aus Deutschland im 20. Jahrhundert gilt.

Durch den Bau der Mauer wurde der Raum für neue Häuser in Westberlin knapp. Die Folge: Mehr und weitaus höhere Gebäude waren in Gropiusstadt nötig, so dass die Siedlung bei ihrer Fertigstellung über 19.000 Wohnungen fasste. 90 Prozent der neu geschaffenen Wohnräume wurden als Sozialbauwohnungen vermietet.

Zwar hat sich die Wohnqualität seither spürbar verbessert, etwa durch mehr Grünanlagen und Freiflächen, wie sie Gropius ursprünglich geplant hatte. Ein richtiges “Kiezgefühl” will sich nach wie vor nicht einstellen. Mittlerweile gilt die Gropiusstadt als der Teil Neuköllns mit den ältesten Bewohnern: Ein Viertel aller über 65-Jährigen Neuköllner leben hier.

Kurz vor dem Hundertsten Jubiläum des Bauhaus gilt mein fotografischer Blick den Bewohnern der Gropiusstadt als einer der herausragenden Ikonen der Moderne, die weit über die Grenzen von Berlin hinaus allerdings auch für die in Beton gegossene Disparität zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Utopie vom Bauhaus steht.


Die Arbeit „Trabanten“ ist der Versuch einer fotografischen Annäherung an den Mythos des Orts und ein Porträt seiner Bewohner entlang der fotografischen Grenze zwischen dokumentarischem Realismus und subjektiver Poesie.